Wie die Reinigung funktioniert
Die Reinigung erfolgt durch das Zusammenwirken von Kiessubstrat, Pflanzen, Abwasser und den darin enthaltenen Mikroorganismen. Im Kiesbett entwickeln sich beim Durchströmen des Abwassers Mikroorganismen, die biochemische Reaktionen auslösen und die Schadstoffe abbauen.
Die Pflanzen beteiligen sich nicht nur aktiv an der Beseitigung der Schadstoffe, sondern liefern auch den für diese Reaktionen erforderlichen Sauerstoff, indem sie ihn von ihrem Laub bis in die Rhizosphäre transportieren. Deshalb können in Pflanzenkläranlagen nur Pflanzenarten mit bestimmten Eigenschaften verwendet werden. Die international am häufigsten verwendeten Arten sind Phragmites Australis, Carex, Juncus, Typha und Iris.
Das System arbeitet ohne jeglichen zusätzlichen Energieeintrag und daher ohne elektromechanische Teile, was es vollständig umweltverträglich macht. Korrekt geplante und gebaute Pflanzenkläranlagen erreichen eine Reduktion der organischen Fracht von über 90 % und halten stets die gesetzlichen Grenzwerte ein.
Bemessungsparameter
Für Haushaltsanlagen basiert die Bemessung auf einer täglichen Pro-Kopf-Einleitung von 200 Litern, einer Pro-Kopf-BSB5-Fracht von 60 g/Tag und einem Zulauf-pH-Wert zwischen 6 und 8.
Pflanzenkläranlagen werden so konzipiert, dass sie:
- Betrieb und Wartung vereinfachen und Investitions- und Betriebskosten minimieren, bei geringstmöglicher Technikintensität und geringstem Energieverbrauch
- stündliche und saisonale Schwankungen der hydraulischen und organischen Lasten aushalten
- auch für kleine und verstreute Anlagen eine wirksame Behandlung bieten, ohne geringe Abflüsse über weite Strecken sammeln zu müssen
- die Wiederverwendung des gereinigten Wassers zur Bewässerung ermöglichen
- visuelle Auswirkungen und Belästigungen für Nachbarn minimieren
- das Grundwasser schützen, besonders in nitratgefährdeten Gebieten
Bau
Eine Pflanzenkläranlage wird durch Aushub eines Beckens variabler Größe gebaut, das mit einer wasserdichten PVC-Folie ausgekleidet wird, um vollständige Dichtheit zu gewährleisten. Das abgedichtete Becken wird dann mit ausgewähltem Zuschlagstoff gefüllt und mit emergenten Makrophyten bepflanzt.
Der Wasserstand im Becken wird durch die patentierte Guida Battente® Niveauregelung etwa 10–15 cm unter der Kiesoberfläche gehalten. Die Oberfläche ist daher begehbar, geruchsfrei und kein Brutplatz für Insekten.
Durchströmungsarten
Horizontaler subsurface-Fluss
Max. Tiefe 0,8 m. Häufigster Typ — einfach zu bauen und zu betreiben. Das Abwasser durchströmt das Kiesbett horizontal.
Vertikaler subsurface-Fluss
Max. Tiefe 1,1 m. Ermöglicht eine kleinere Fläche, erfordert aber einen Ausgleichsbehälter, was die Komplexität erhöht.
Kombinierter Fluss
Horizontale und vertikale Stufen in Reihe. Optimale Reinigungsleistung für komplexe oder stark belastete Abwässer.
Geeignete Pflanzenarten
In Pflanzenkläranlagen dürfen nur Phragmites Australis, verschiedene Typha-Sorten, Juncus, Carex, Scirpus und, sekundär, die gelbe Sumpfschwertlilie verwendet werden. Alle Pflanzen sind im Preis des FitoBox®-Kits enthalten und werden aus zertifiziertem Saatgut gezogen.